15. Juni: Demonstration „Für ein würdiges Gedenken! Neonazi-Treffpunkt schließen!“/ Willy-Brandt-Platz

Außer einer kleinen Erinnerungstafel weist heute nichts mehr auf die Geschichte des zweistöckigen Gebäudes in der Kamenzer 12 und des angrenzenden Areals hin. Hier befand sich zwischen Sommer 1944 und April 1945 das größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. In dem mit Stacheldraht umzäunten und von SS-Wachmannschaften bewachten Außenlager „HASAG Leipzig“ waren über 5000 Frauen und Mädchen inhaftiert. Der Großteil von ihnen waren als „politisch“ und „jüdisch“ deportierte Polinnen. Die Häftlinge mussten jeden Tag in 12-stündigen Tag- und Nachtschichten unter schwersten Bedingungen Munition, Granaten und Panzerfäuste für den Rüstungskonzern Hugo-Schneider-AG (HASAG) produzieren.
Genau dabei handelt es sich um eines der Gebäude im Häuserkomplex der Kamenzer Str. 10 & 12, in dem sich seit 2007 ein Treffpunkt der militanten rechten Szene befindet. Ausgerechnet an diesem historischen Ort finden seitdem rechte Konzerte, aber auch “unpolitische” Elektropartys statt. Organisierte Neonazis, Rocker und Hooligans nutzen die Gebäude, zur Vernetzung und als Lagerort für ihre Infrastruktur. Seit 2017 hat sich hier auch der rechte Kampfsporttreff des Imperium Fight Teams eingerichtet, um für Wettkämpfe und mutmaßlich auch für den Straßenkampf zu trainieren.
Diese NutzerInnen eint nach innen die Faszination für Gewalt, traditionelle Ideale von Männlichkeit und einer völkischen Gemeinschaft. Nach außen ist es ihre Ablehnung gegenüber einer demokratischen Gesellschaft, Gleichberechtigung und Menschen, die nicht ihren Vorstellungen einer “Volksgemeinschaft” entsprechen. In den Fokus rückten diese rechten Netzwerke in Leipzig vor allem am 11. Januar 2016, beim Neonazi-Überfall auf Connewitz. Bei den rassistischen Demonstrationen im August 2018 in Chemnitz, in deren Umfeld es immer wieder auch zu Angriffen auf als nicht-deutsch wahrgenommene Personen und politisch Andersdenkende kam, waren die Neonazis vom Imperium Fight Team und Rowyds Eastside ebenfalls anwesend.
Während die Gebäude in der Kamenzer Straße nun also ungestört von Neonazis als Treffpunkt und Rückzugsort genutzt werden können, spielt die nationalsozialistische Vergangenheit dieser und vieler weiterer Orte in Leipzig in der städtischen Erinnerungskultur keine Rolle. Es gilt, sich dieser Verhöhnung der Opfer durch die aktuelle Nutzung der Gebäude konsequent entgegenzustellen und ein würdiges Gedenken zu ermöglichen.

Deshalb rufen wir alle Menschen auf, sich an der Demonstration am 15. Juni 2019 in Leipzig zu beteiligen:
Neonazitreff schließen! Gedenkort schaffen!
14 Uhr, Willy-Brandt-Platz (ggü. Hbf) Leipzig

Das Ladenschlussbündnis will reaktionären, sexistischen, rassistischen und neonazistischen Strukturen in Leipzig konsequent entgegentreten. Wir wollen den Rechten ihre Infrastruktur und ihre Handlungsräume entziehen. Deshalb laden wir alle Menschen und Gruppen ein, die sich für eine freiere und gerechtere Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Unterdrückung einsetzen. Wir wollen verschiedene Perspektiven verbinden und freuen uns, wenn ihr euch auf der Demonstration und auch in der Zeit danach, mit uns gegen den Neonazi-Treff und stattdessen für die Errichtung einer Gedenkstätte und ein damit verbundenes würdiges Erinnern einsetzt.

Endstation Mallorca: Leipziger Neonazis nach Angriff verhaftet

Via „Antifa in Leipzig“:

Am 8. Juni 2019 gegen 21:30 Uhr griffen zwei deutsche Neonazis einen schwarzen Türsteher der Discothek “Megapark” in Palma de Mallorca brutal an. Wie die lokale Zeitung “Ultima Hora” berichtet, schlugen und traten die jungen Männer auf den Sicherheitsmann ein, ohne vorher ein Wort gewechselt zu haben. Fünf weitere Türsteher mussten eingreifen, um die Täter zu fixieren. Bei den Verdächtigen stellten sie zwei Mundschutze, wie sie im Kampfsportbereich verwendet werden, sicher, die sie wahrscheinlich während der Tat auch getragen hatten. Auf einem Mobiltelefon entdeckten sie zahlreiche Bilder von Hakenkreuzen und der rassistischen Terrororganisation “Ku Klux Klan”.

Da die Neonazis den senegalesischen Türsteher ohne ersichtlichen Grund angriffen, liegt ein rassistisches Motiv nahe. Der 44-Jährige erlitt laut dem Nachrichtenportal watson.de einen Nasen- und Jochbeinbruch und eine schwere Rückenmarksverletzung, einer anderen Zeitung zufolge auch eine schwere Gehirnerschütterung, und ist wahrscheinlich querschnittsgelähmt. Die Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft und werden wahrscheinlich wegen versuchten Totschlags angeklagt werden.

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Rattengift – Chemie

Chemie ist wieder da!

Tötung eines Homosexuellen wird nicht als Mord gewertet

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Drei Rechte töteten 2018 im sächsischen Aue einen schwulen Mann. Das Gericht blieb unter der geforderten Strafe der Staatsanwaltschaft.

Mehr als ein Jahr nach dem Tod eines homosexuellen Mannes in Aue sind die drei Angeklagten zu Haftstrafen zwischen elf und 14 Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Chemnitz sah es am Freitag als erwiesen an, dass die drei Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren ihr Opfer in menschenverachtender Weise getötet hatten. Als Gruppe hätten sie eine Dynamik entwickelt und seien bei ihrer Tat hemmungslos vorgegangen, sagte die Vorsitzende Richterin, Simone Herberger. Die Verurteilung erfolge wegen Totschlags.

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08. Juni: Demonstration „Rise up for Rojava!“/ Johannisplatz

01. Juni: „TddZ“ verhindern!/ Chemnitz

Nachfolgend teilen wir den Aufruf der antifaschistischen Gruppe „[veto]“ aus Chemnitz (welch beschämende Blüten die ganze „TddZ“-Scheiße bereits hervorbringt, gibt es unter anderem hier nachzulesen) und verweisen zugleich auf die am selben Tag in Leipzig stattfindende emanzipatorische Jugenddemonstration.

Auf allen Ebenen mit allen Mitteln!

Beim „Tag der deutschen Zukunft“ handelt es sich um einen der größten faschistischen Aufmärsche in der BRD, welcher jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet. Erstmals fand der sog. TddZ 2009 in Pinneberg statt – organisiert von freien Kameradschaften. Den Höhepunkt erreichte der TddZ 2016 in Dortmund mit gut 1000 Teilnehmenden. Über die Jahre hat er aber an Teilnehmerzahl stark abgenommen. Später wurde er von dem Umfeld der faschistischen Kleinstpartei Die Rechte getragen.

Nach mehrfach erfolgreicher antifaschistischer Intervention – von Blockaden über direkte Aktionen bis zur Behinderung der Anreise der Faschist*innen – ist die Teilnehmerzahl in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Um diesem Trend entgegen zu wirken und mit vielen Anhänger*innen marschieren zu können findet der TddZ 2019 in Chemnitz statt.

In Chemnitz rechnen die Faschist*innen nicht nur mit wenig Widerspruch aus der Gesellschaft sondern auch mit der Unterstützung der sächsischen Polizei, welche schon den Nazi-Aufmarsch vom Dritten Weg am 1. Mai 2018 mit besten Mitteln schützte.

Wir als [veto] rufen alle abkömmlichen Antifaschist*innen zum entschlossen Widerstand gegen den faschistischen Einmarsch auf. Lasst uns gemeinsam den Aufmarsch von bürgerlichen und militanten Neonazis verhindern und den Tag der deutschen Zukunft zu Grabe tragen!

Keine Straße den Faschist*innen!

Fașizme Geçit Yok!

Quelle



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