21. September: „Kontrollbereich 04277 gibt sich die Ehre“/ Herderplatz

Wir befinden uns im Kontrollbereich 04277: alltägliche Videoüberwachung, ob offen sichtbar am Connewitzer Kreuz, versteckt an Hausprojekten oder privat an etlichen Häusern, ein Basketballplatz mit Hochsicherheitszaun, eine mindestens unnütze Außenstelle der Polizei mitten im “Bemudadreieck” – das alles wollen wir thematisieren.

Am 21. September veranstalten wir im Park an der Herderstraße ein Fest mit Bands, Podiumsdiskussion, einem Stadtteilrundgang und Kinderschminken. – Ja, du hast richtig gelesen. Wir wollen alle Bewohner_innen in Connewitz einladen, und so wird es neben astreinem PunkRock und Songwriter-Musik auch Aktionen für Kinder geben. In dem Rahmen werden wir uns (spielerisch! – an die mitlesende Behörde) mit dem ungeliebten Polizeipfosten in der Wiedebachpassage auseinandersetzen. Auch eher unkonventionelle Aktionen wie eine temporäre Wall of Fame ist geplant, um das Thema Graffiti reinzuholen. Im politischen Stadtteilrundgang werden wir Stationen im Kampf um alternativen Wohnraum und die Besetzung von Freiraum sowie gegen Repression und Überwachung buchstäblich angehen. Abgerundet wird das Event durch eine Podiumsdiskussion um die Wechselwirkungen von Stadtentwicklung und Ordnungspolitik.

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Remembering means fighting!

Lieber nicht provozieren

Ein Artikel der „taz“ über das am morgigen Tag eröffnende Denkmal zum Pogrom in Hoyerswerda (über die nicht unberechtigte Kritik hieran erfährt mensch indes mehr hier):


Endlich zeugt ein Denkmal von den rassistischen Pogromen im Jahr 1991. Doch Kritikern ist das Bauwerk aus Basalt zu wohlgefällig.

Genau 23 Jahre nach den Übergriffen Hunderter Einwohner auf zwei Ausländerwohnheime in Hoyerswerda erinnert ein Denkmal an dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte. In der Nähe der damaligen Tatorte wird am Freitag ein drei Meter hoher rechteckiger Torrahmen aus Basalt enthüllt. Zwischen den Pfosten leuchtet ein gläserner Regenbogen. „Der dunkle Stein steht für die schlimmen Ereignisse, das offene Tor für Gastfreundschaft, der Regenbogen für Versöhnung und Hoffnung“, erläutert Steinbildhauerin Martina Rohrmoser-Müller die Symbolik. Ihre Firma für Grabmalkunst hatte 2012 einstimmig einen Wettbewerb der Stadt zur Gestaltung eines Erinnerungsortes gewonnen.

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Talco – Bella Ciao

Desinteresse und Protest

Eine umfangreiche Nachbetrachtung der drei kürzlich stattgefundenen Landtagswahlen findet sich bei der „jungen Welt“, wobei ergänzend auf einen Beitrag des „Blicks nach Rechts“ verwiesen sei:

Analyse. Die Wähler der Landtage in Sachsen, Thüringen und Brandenburg haben die Parteienlandschaft verändert. Allerdings blieb die Hälfte der Stimmberechtigten zu Hause

Es waren die ersten Landtagswahlen nach der Bundestagswahl 2013. Insgesamt 7,4 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Landtage zu wählen: in Sachsen am 31. August, in Thüringen und Brandenburg am 14. September. Es waren, wenn man den Umfragen glauben kann, Wahlen in einer Situation ungewöhnlich hoher politischer Zufriedenheit mit den Regierenden in Berlin. Das klingt, betrachtet man den hohen Anteil der erklärten Protestwähler von etwa einem Drittel, die extrem niedrige Wahlbeteiligung und die große Zahl an Wechselwählern, nicht sehr überzeugend.

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„Nazis stoßen an Grenzen, die wir ihnen ziehen“

Lesenswertes Interview anlässlich der Schließung der O8 via „leipzig.antifa.de“:


Interview mit Anita Dudow zur Schließung des NPD-Büros in Leipzig

Seit Donnerstag ist das NPD-Büro in der Leipziger Odermannstraße 8 dicht. Was für die Öffentlichkeit überraschend kam, stand bei der Partei schon länger fest: Sie kann und will sich den vergeblichen Versuch, ein „Nationales Zentrum“ im Stadtteil Lindenau zu etablieren, nicht mehr leisten.

Als politisch gescheitert galt der Nazitreff schon länger. Er war mehr ein Ort der Spaltung und zu abgeschottet, als dass er Nachwuchs angezogen hätte. Symbolisch für die Abschottung im Viertel stand der gestern demontierte Metallzaun. Dahinter war so genannter NATO-Draht verlegt. Der um schlechte Vergleiche nie verlegene NPD-Kreisverband bezeichnete sein Domizil einmal als „kleines West-Berlin“. Jetzt ist es gefallen.

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13. September: Antirassistischer Kulturtag im Leipziger Osten

Am 13.9.2014 wird es ab 12 Uhr im Stadtteilpark Rabet einen antirassististichen Kulturtag geben. Zum Programm gehören unterschiedliche Workshops (Graffiti, Siebdruck uvm.), Infostände, Musik von der Microphone Mafia, ein Workshop zu rassistischen Politzeikontrollen und eine Podiumsdiskussion unter der Fragestellung: “Die Eisenbahnstraße, gefährlichste Straße Deutschlands?! Rassistische Sterotype oder Realität?”. Desweiteren bietet der Park eine Vielzahl an Möglichkeiten der sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Volleyball, Tischtennis, Basketball uvm.

+++ Update 04.09.2014+++

Wir freuen uns neben Microphone Mafia nun auch MC Nuri auf unserer Bühne begrüßen zu dürfen:

Microphone Mafia – 14.30 Uhr

MC Nuri – 20.00 Uhr

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Nazizentrum „O8“ macht dicht – auf zur Jubelkundgebung in Lindenau!

Die wohl erfreulichste Meldung des Tages; via „leipzig.antifa.de“:

Alles hat ein Ende – nach der NPD im Sächsischen Landtag trifft es nun ihr Parteibüro in Leipzig-Lindenau. Seit den Vormittagsstunden sind Neonazis wie Enrico Böhm und Alexander Kurth in der Odermannstraße 8 zugange und beseitigen den charakteristischen Metallzaun ebenso wie den auf dem Grundstück verlegten Stacheldraht.

Gegenüber der LVZ bestätigte Parteisprecher Jürgen Gansel, der bisher für die NPD im Landtag saß, den Rückzug aus dem, was einmal „Nationales Jugendzentrum“ werden sollte. Als Grund angeführt werden die Kosten sowie „belagerungsartige Zustände“ durch antifaschistische Proteste. Denen wolle man keine „Angriffsfläche“ mehr bieten. Das gilt übrigens auch für Gansel selbst, der nach dem Wahldebakel den Freistaat ganz verlassen will.

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Siehe auch: „Gute Laune in Lindenau: Die Odermannstraße 8 verliert den Zaun + Jubelkundgebung“ (Leipziger Internetzeitung)

The Natives – You You

Die einst gerufenen Geister loswerden

Das „neue deutschland“ berichtet über die jüngsten Entwicklungen bei Lokomotive Leipzig, wobei in diesem Zusammenhang auch auf einen jüngst veröffentlichten Beitrag Juliane Nagels zum Thema verwiesen sei:

In der fünften Liga kämpft der 1. FC Lok Leipzig um seinen guten Ruf und die Rolle als zweite Kraft in der Stadt

Der 1. FC Lok Leipzig will sich hinter RB als zweite Kraft der Stadt etablieren. Schon seit Jahren ringt der einstige Europapokalfinalist mit rechten Fans in den eigenen Reihen – derzeit mehr denn je.

Leipzig. Man soll sich vor Schnellurteilen hüten, aber der 8. August 2014 kann als stellvertretend für die jüngere Geschichte des 1. FC Lokomotive Leipzig gelten. Vieles, was gut ist an der »Loksche«, gab es beim Saisonauftakt in der NOFV Oberliga Süd zu erleben. Und vieles, was dem Klub an Schlechtem nachgesagt wird, auch. Der 1893 als VfB Leipzig gegründete Traditionsverein aus dem Stadtteil Probstheida empfängt den SSV Markranstädt. 3146 Fans sind zum Fünftligakick gekommen, lassen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. In der ersten Hälfte sehen sie eine hasenfüßige Vorstellung des von Heiko Scholz trainierten Regionalligaabsteigers.

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Aktivisten mit Neonazi-Hintergrund in der Sachsen-AfD

Über diesen an und für sich wenig verwunderlichen Umstand schreibt der „Störungsmelder“:

Gerade wurde die AfD in Sachsen mit 9,7 Prozent der Stimmen in den Landtag gewählt. Jetzt sind interne Mitgliederlisten aufgetaucht, die zeigen, dass einzelne sächsische AfD-Politiker Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen haben. Sogar ein NPD-Mitglied hat die Sachsen-AfD in ihren Reihen.

Wie rechts ist die AfD? Die Frage begleitet die Partei seit ihrer Gründung, ihre Führung hat sich stets dagegen protestiert, wenn die AfD als rechtspopulistisch oder gar rechtsextrem bezeichnet wurde. Jetzt gibt es zumindest in Sachsen Hinweise auf Verbindungen von einigen AfD-Mitgliedern zu rechtsextremen Kreisen. Das geht aus kürzlich geleakten Mitgliederlisten hervor, deren Echtheit durch die Partei bestätigt wurde.

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06. September: Vortrag „Ein Bürgerkrieg in Deutschland – Zu Theorie und Praxis des antiautoritären Kommunismus 1914-1923″/ translib

Vortrag von Seb Bronsky
06. September 2014 | 19 Uhr | @ translib.leipzig

“Andere mögen ihr: ‘Nur nicht zu viel! Nur nicht zu früh!’ plärren. Wir werden bei unserem: ‘Nur nicht zu wenig! Nur nicht zu spät!’ beharren.”
Karl Liebknecht

Die russische Oktober-Revolution, die Bolschewiki, allen voran Lenin wurden von den deutschen Kommunisten bewundert, begeistert waren auch die antiautoritären Kommunisten von dem Maximalismus, der nicht nur den 1. Weltkrieg beenden, sondern ihn in einen Bürgerkrieg umwandeln wollte; es schien, mit der sozialistischen Weltrevolution würde endlich ernst gemacht. Zwei, spätestens drei Jahre später war von dieser Bewunderung nicht mehr viel übrig, Bolschewiki und deutsch-holländischer Rätekommunismus waren auseinandergegangen. Lenin warf den Antiautoritären unter den Kommunisten vor, sie wären eine utopistische Kinderkrankheit des Kommunismus, die Antiautoritären sahen in Sowjetrußland nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die staatskapitalistische Despotie der bolschewistischen Partei.

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