Eine Studie zum Fall Mügeln: Wie sächsische Behörden eine fremdenfeindliche Gewalttat umzudeuten versuchten

Ein lesenswerter Artikel der „Leipziger Internetzeitung“, welcher exemplarisch für die Verhältnisse in der sächsischen Provinz ist:

Mügeln? Da war doch was. Aber was? Die Heinrich-Böll-Stiftung hat jetzt eine Studie über die Ermittlungen und Bewertungen zur rassistischen Hetzjagd im sächsischen Mügeln 2007 vorgestellt. Sieben Jahre nach dem Vorfall hat sich Dr. Britta Schellenberg vom Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft des Themas angenommen und dabei auch ein kritisches Porträt einer typischen sächsischen Provinzstadt gezeichnet.

„Es ist ungeheuer wichtig, dass das Geschehen von Mügeln noch einmal von unabhängiger Seite aufgearbeitet wurde. Die rassistisch motivierte Hetzjagd auf mehrere Inder im Jahr 2007 war bereits damals ein erschreckendes Beispiel für den manifesten Rassismus, dem sich Migrantinnen und Migranten in Sachsen immer wieder ausgesetzt sehen“, stellt Miro Jennerjahn, Rechtsextremismus-Experte der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, dazu fest. „Die Hetzjagd war auch ein beredtes Beispiel für den in Sachsen häufig zu beobachtenden Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus: Staatsregierung und Kommunalpolitik waren sich schnell einig, dass alles nicht so schlimm, eine ‚Erfindung der Medien‘ war. Mehr noch, die eigentlichen Opfer wurden zu Tätern erklärt.“

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