Die letzte Bastion

Sehr ausführlicher Artikel des „kreuzer“ zu den Vorgängen während der sich jüngst zum 100. Mal gejährten Novemberrevolution in Leipzig:

Im November 1918 fegt auch in Leipzig die Revolution die alte Ordnung hinweg. Für ein halbes Jahr regiert ein Arbeiter- und Soldatenrat die damals viertgrößte Stadt Deutschlands. Die Geschichte der Leipziger Räterepublik ist kurz, aber turbulent – und wert, dass sie wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt.

Die Revolution erreicht Leipzig am 8. November, einem Freitag. Im Laufe des Vormittags versammeln sich im Hauptbahnhof etwa hundert Soldaten und Matrosen auf Heimaturlaub und beschließen, nicht mehr an die Front und zu ihren Häfen zurückzufahren. Vor allem die Seeleute sind in Aufruhr. Als wenige Tage zuvor bekannt geworden war, dass die Marineführung die deutsche Flotte zu einer letzten Entscheidungsschlacht gegen die Royal Navy auslaufen lassen wollte, verweigerten die Matrosen den Befehl und probten den Aufstand. Von Wilhelmshaven und Kiel breiteten sich die Unruhen wie ein Flächenbrand über das ganze Reich aus.

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