»Ich bin gerade beschossen worden!«

Über die mangelhafte juristische Aufarbeitung des Naziüberfalls auf Connewitz berichtet der „kreuzer“:

Wie die Leipziger Justiz das volle Ausmaß des Neonaziangriffs auf Connewitz aus der Öffentlichkeit hält

Als am Abend des 11. Januar 2016 rund 250 bewaffnete Neonazis und Hooligans durch Connewitz zogen, hinterließen sie massiven Sachschaden. Nur durch Glück wurden dabei keine Menschen verletzt, so die öffentliche Darstellung. Dabei ist den Justizbehörden bekannt, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist.

»Hooligans! Hooligans!« hallt es über die Straße, Pyrotechnik erhellt die Kulisse hinter den Vorhängen, als Tobias in seinem Zimmer am Computer sitzt. Draußen bersten die ersten Scheiben, der Lärm treibt ihn zum Fenster. Direkt vor ihm tobt ein Mob aus über 250 schwarzbekleideten und vermummten Personen, die mit Eisenstangen und Holzlatten auf Schaufensterscheiben und Autos einschlagen. Er steht im hellen Rahmen des Fensters und beobachtet. Dann splittert mit einem Knall die Scheibe. Etwas trifft ihn am Arm, fliegt quer durch den Raum und bleibt wenige Meter entfernt auf dem nächsten Fensterbrett liegen. Tobias wirft sich auf den Fußboden. Er kriecht zur Zimmertür, schaltet das Licht aus. Handelt ohne nachzudenken. Dann wird ihm bewusst: »Ich bin gerade beschossen worden!«

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