Connewitzer Graffiti-Krieg

Unverändert lesenswerter Artikel des „nd“:

Wie die Debatte über vermeintlich linksextreme Straftäter den Fokus weg von den eigentlichen Problemen in einem Leipziger Stadtteil lenkt

Lachend blickt Ina* auf die frischgestrichene graue Wand, hinter dem Basketballkorb. Sie ist nicht mehr ganz so grau und nicht mehr ganz so frischgestrichen. »Das hab ich wirklich gefeiert«, sagt sie.

Die kleine Mauer des Streetballplatzes am Connewitzer Kreuz ist längst zum Sinnbild für den Konflikt zwischen Sachsens Sicherheitsbehörden und dem linksalternativen Leipziger Viertel Connewitz geworden. »Antifa Area« verkündete dort bis vor wenigen Tagen ein großflächiges Graffito. Den Zusatz »No Cops« ließ das Rathaus seit 2017 insgesamt 16 mal entfernen. Als der Schriftzug immer wieder erneuert wurde, standen im Herbst 2017 plötzlich Polizisten vor dem Basketballplatz Wache, die sonst bei Terroranschlägen im Einsatz sind. Man sei nicht nur wegen des Graffitos dort, erklärte ein Polizeisprecher damals.

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