„Deshalb wird Loikaemie auch immer politischer.“

Schön kurzweiliges Interview mit Thomas, seines Zeichens Sänger von „Loikaemie“, zum Stand der Dinge anno 2021:

Loikaemie sind seit Mitte der 90er eine der bekanntesten und beliebtesten Oi!-Bands, auch weit über die Skinhead-Szene hinaus. Nachdem 2014 eigentlich Schluss sein sollte, fand sich die Band 2019 wieder zusammen. Wie es sich anfühlt beim Comeback durch eine Pandemie ausgebremst zu werden, erzählte mir Sänger Thomas bei dem ein oder anderen Bierchen im Killiwilly. Außerdem verriet er, wieso es für ihn wichtig ist, sich immer wieder antifaschistisch zu positionieren und wieso ihr Lied „Trinkfestigkeit“ eigentlich gar nicht als Party-Hit gedacht war.

R: Zum Einstieg mal eine Frage: Wie bist du überhaupt in der Skinhead-Szene gelandet und was hat dich daran fasziniert?

T: In der Skinhead-Szene gelandet bin ich als die Wende kam. Noch zu Ostzeiten waren wir eine ziemlich große Gruppe. Wir waren ein bisschen rebellisch und hatten einen Jugendclub für uns vereinnahmt. Wir haben Metal gehört und sind marodierend und saufend durch die Stadt gezogen. Dann kam die Wende und die Gruppe hat sich so ein bisschen aufgelöst. Der Kern ist zwar erhalten geblieben, aber ein großer Teil ist leider in die rechte Richtung abgewandert. Nach der Wende sind viele Nazi-Skinheads aus Bayern rübergekommen und versuchten Leute zu rekrutieren. Ein Teil der Gruppe, in der ich mich bewegt habe, hat sich rekrutieren lassen. Und dann war klar, die sehen jetzt anders aus und ticken jetzt erstmal anders. Es war aber trotzdem faszinierend: Dieses Outfit, dieses Feeling, das man auf der Straße verbreitet hat. Es war völlig egal, wie man drauf war, es war gefährlich und faszinierend. Man war tätowiert und hatte eine Glatze. Das war für mich dann der ausschlaggebende Grund da reinzurutschen und dann bin ich da hängengeblieben. Damals haben Inhalte noch keine wirkliche Rolle gespielt. Ich war ja auch gerade einmal 16 oder 17 zu dem Zeitpunkt. Die Musik war natürlich auch cool. Zu dem Zeitpunkt habe ich selbst angefangen Musik zu machen. Ich habe den Punkrock der damaligen Zeit gehört und wollte das unbedingt selbst machen. Für mich war damals schon klar, ich bleibe da und versuche etwas daraus zu machen.

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