Beiträge von RASH Leipzig

07./08. Dezember: „Kampf der inneren Sicherheit – Gegen die Innenministerkonferenz 2017 in Leipzig“

Vom 7. bis 8. Dezember 2017 findet in Leipzig die 207. Innenministerkonferenz (IMK) statt. Sachsen hat derzeit den Vorsitz der “Ständigen Konferenz der Innenminister und Innensenatoren der Länder”. Bei der Konferenz arbeiten die Verantwortlichen Minister*innen zum Beispiel an der Einschränkung von Freiheitsrechten und der Verschärfung des Asylrechts.

Verschiedene linke und linksradikale Gruppen haben sich zum Bündnis „Kampf der Inneren Sicherheit“ zusammengeschlossen um die IMK nicht unwidersprochen zu lassen. Bis Dezember wird es eine Reihe von inhaltlichen Info- und Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen Gesetzesverschärfungen wie dem § 113 (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte), den Folgen des G20-Gipfels, zur Versicherheitlichung der Migrationsabwehr und zur Kontrollpraxen im öffentlichen Raum geben. Höhepunkt der Kampagne wird eine Demonstration am 7. Dezember 2017 sein.
„Die Innenministerkonferenz ist der Ort, an dem Jahr für Jahr Verschärfungen der Innenpolitik vereinbart werden. Ob die fortschreitende Überwachung und Kontrolle der gesamten Bevölkerung, ob Maßnahmen gegen unliebsame gesellschaftliche Gruppen wie politisch organisierte KurdInnen oder Fußballfans oder aber eine restriktive Asylpolitik– die Palette ist groß.

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01./02. Dezember: Oi! The Massacre Vol. II

Oi! The Massacre Vol. II – Worum es uns nach wie vor geht
Nach der überaus positiven Resonanz des vorangegangenen Jahres stand für uns die Weiterführung dieser Veranstaltungsreihe außer Frage. Dass der Versuch Oi! fernab jedweder schwammiger Kompromisse antifaschistisch zu besetzen unverändert seine Relevanz hat, bekräftigen zwei just am selben Tag in Leipzig bzw. dessen näherer Umgebung stattfindende Konzerte, die sich – im weitesten Sinne – ebenfalls „Oi“ auf die Fahnen geschrieben haben: Zum einen gastiert die Londoner Band „Booze & Glory“ im für seine indifferente Konzertpolitik bestens bekannten Conne Island im Leipziger Süden. War die Band bereits 2010 unter der sonderlich geistreichen Devise „No left, no right, no bullshit!“ u.a. in Leipzig zugegen, so bezeugt exemplarisch deren diesjähriger Auftritt auf dem „Frühlingsfest der Oi! Musik“ gemeinsam mit allerhand rechtsoffenem Kroppzeug, dass Berührungsängste zur politischen Rechten in ungebrochener Kontinuität marginal sein dürften (sofern überhaupt vorhanden). Vielmehr wird der Eindruck genährt, dass in erster Linie die Kohle stimmen müsse.
Zum anderen wäre das in obligatorischer Fascho-Manier für den Raum „Mitteldeutschland“ angekündigte Konzert der Weißenfelser Band „Schusterjungs“ gepaart mit mehreren lupenreinen RAC-Combos. Dem kann durchaus Symbolcharakter attestiert werden, versinnbildlicht es doch den seit nunmehr einigen Jahren anhaltenden gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck, welcher eben auch nicht spurlos an einer sich selbst als vermeintlich unpolitisch verortenden Skinheadszene, als deren Teil sich die Schusterjungs jahrelang begriffen, vorbeigegangen ist.
Den im Vorjahr bereits verlautbarten Ansatz verfolgen wir selbstredend weiterhin: „Havin’ a say!“, „working class pride“ usw. heißt für uns in letzter Konsequenz ’nen klassenbewussten, nicht diskutablen antifaschistischen Standpunkt zu vertreten, der keinerlei Spielraum für irgendwelche Wischiwaschi-Attitüden zulässt. Gerade in Zeiten, in denen die so oft beschworene „working class“ zunehmend prekarisiert wird, finden wir es darüber hinaus wichtig, (gegen)kulturelle Angebote auch einkommensschwächeren Menschen zugänglich zu machen, weswegen sich der Preis gewohnt erschwinglich gestalten wird. Auf eine die mehrheitsgesellschaftlichen Zustände reproduzierende Konsumkultur, wie sie in nicht unwesentlichen Teilen der „Szene“ ausgelebt wird, haben wir keinen Bock.
Also Ring frei für Runde zwei: dreimal Oi! ohne Kompromisse, garniert mit einem Warm Up- sowie einem Aftershow-Nighter. Zusätzlich wird in bewährter Weise eine Solibar, deren Erlöse an die Rote Hilfe fließen (die IMK lässt grüßen), euren Gaumen umgarnen.
Haare schneiden (optional), rumkommen und abfeiern! Oi!
RASH Leipzig | 161 Skinhead Crew

Produzenten der Froide – AFA SFC

Passend zum (sächsischen) Ermittlungswahn gegen vermeintlich kriminelle Vereinigungen die intonierte Antwort: „AFA SFC“! Die amtierenden Meister im Super heavyweight Oi! entern dann am 02. Dezember nach mehrjähriger Abstinenz endlich wieder den Connewitzer Ring. Sport frei (oder in derem Falle auch nicht)!

Ermittlungen gegen Ultra`Youth wegen krimineller Vereinigung

Wie „Faszination Fankurve“ berichtet, laufen nebst den Ermittlungen gegen die Nachwuchsgruppe „Ultra‘ Youth“ der BSG Chemie Leipzig wegen der angeblichen Bildung einer kriminellen Vereinigung gleich zwei (!) weitere dieser Art gegen Strukturen in Leipzig:

Nachdem im Herbst 2016 ein Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen BSG Chemie Leipzig Fans eingestellt wurde, wurde nun öffentlich, dass im Zusammenhang mit der Gruppe „Ultra`Youth“ in einem anderen Verfahren in gleiche Richtung ermittelt wird.

Der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) antwortete auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Politikers Valentin Lippmann und erklärte damit, dass aktuell drei weitere Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen die linke Szene bzw. die Fußballfanszene von Chemie Leipzig laufen würden, darunter auch gegen die „Ultra`Youth“. Der Grünen-Politiker Lippmann erklärt dazu: „Der Justizminister muss zudem Auskunft darüber geben, inwieweit er einer Ultragruppierung den Charakter einer kriminellen Vereinigung unterstellt. Auch diese Ermittlungen scheinen eine neue Qualität zu erreichen, deren Ziel ich wegen der weitreichenden Konsequenzen in der Fußballfanszene grundsätzlich in Frage stelle.“ Ob aktuell weiterhin die Kommunikation zwischen BSG Chemie Leipzig Fans abgehört wird, ist unklar, aber möglich, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

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100 Euro Strafe für den Platzsturm

Die Altherrenclique des SFV bleibt ihrer widerlichen Linie treu; „nd“ berichtet:

Sachsens Fußballverband fällt Urteile nach Übergriffen von Neonazis bei TSV Schildau – Roter Stern Leipzig

Wenn ein von Neonazis durchsetzter Mob versucht, einen Fußballplatz zu stürmen, kostet das 100 Euro Strafe. Der zweimalige »Juden-Sterne«-Ruf eines betrunkenen Zuschauers wird mit 250 Euro sanktioniert – zumindest im sächsischen Amateurfußball: Diese Strafen verhängte das Sportgericht des Sächsischen Fußballverbandes (SFV) am Montag gegen den TSV 1862 Schildau. Roter Stern Leipzig hingegen muss 150 Euro Strafe dafür zahlen, dass seine Anhänger nach Spielschluss das Banner »Antifaschismus lässt sich nicht aussperren« zeigten. Schildau verbietet per Hausordnung jegliche Fanartikel und Meinungsäußerungen per Banner, was rechtlich umstritten, aber vom SFV anerkannt ist.

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25. November: Rechte Netzwerke aufdecken: Compact-Konferenz verhindern!

Nachfolgend der Aufruf des Aktionsbündnisses „no compact“:


Am 25. November 2017 soll in Leipzig die sechste „Compact-Konferenz für Souveränität“ unter dem Titel „Opposition heißt Widerstand“ stattfinden. Für uns heißt dies im Vorfeld und am Tag selbst aktiv zu sein, der Konferenz, ihren Inhalten und ihren Akteur*innen etwas entgegenzusetzen. Unser Ziel ist: stören, erschweren, verhindern.

Doch warum ist eine Auseinandersetzung mit einer einzelnen Veranstaltung bzw. einer einzelnen Zeitschrift eigentlich so wichtig? Wir wollen versuchen, einige Aspekte dieser Frage im Nachfolgenden zu beleuchten.

Wer und was ist eigentlich Compact?
Compact ist ein seit 2010 monatlich erscheinendes Magazin, welches als Querfront-Projekt gestartet wurde und inzwischen als medialer Arm von Pegida über die Alternative für Deutschland (AfD) bis zu den Identitären gilt. Nach Recherchen der Zeitung “Die Zeit” hat es eine Auflage von 70.000 Exemplaren. Die Redaktion versteht Compact als Kontrapunkt in einer angeblich „gleichgeschalteten“1 Medienlandschaft von „Einheitsmedien“2, die von wenigen Verlagsgruppen wie der Axel Springer SE, Hubert Burda Media, Bertelsmann, der Funke Mediengruppe und den „Systemparteien“3 kontrolliert würde. Compact sieht sich somit als Gegenbild und begründet die Theorie der gleichgeschalteten Medien mit dem starken Einfluss der USA. Deutschland sei schließlich kein souveränes Land.

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