Beiträge von RASH Leipzig

Starker Zulauf für Neonazi-Demo in Plauen

Da – zurecht – allenthalben über die widerwärtige Scheiße, die sich in Chemnitz abspielt, berichtet wird und somit eigentlich jede*r im Bild sein sollte, möchten wir an dieser Stelle den Blick ebenfalls nach Plauen richten, wo sich am vergangenen Wochenende mehrere hundert (!) „besorgte Bürger“ einer astreinen Nazi-Demo angeschlossen haben. Die „Endstation Rechts“ berichtet:

Während die bundesweite Öffentlichkeit am Samstag nach Chemnitz blickte, hielt kurz zuvor die neonazistische Kleinstpartei Dritter Weg im vogtländischen Plauen eine Demonstration zum Thema „Ausländerkriminalität“ ab. Die schon länger geplante Demonstration verzeichnete vermutlich durch die Ereignisse in Chemnitz eine erhöhte Beteiligung aus der Bevölkerung. Medienberichte sprechen von etwa 800 Teilnehmern.

Auch in Plauen war am Samstag zu beobachten, was Zivilgesellschaft und Politik besonders seit den Demonstrationen in Chemnitz mit Sorge erfüllt. Bürgerliche Kreise mischen sich ohne größere Scheu bei Demonstrationen mit extrem rechten, teilweise neonazistischen Teilnehmern. Braucht es sonst dafür rechtspopulistische Veranstalter oder Ausgründungen wie „Kandel ist überall“, war das in Plauen von vornherein anders. Ausrichter der Kundgebung war mit dem Dritten Weg eine Organisation, die klar im Bereich des Neonazismus zu verorten ist. Klar ist auch: Wer in Plauen länger mitmarschiert, verzichtete damit auf die Teilnahme an den Veranstaltungen in Chemnitz, auch wenn später noch vereinzelt Teilnehmer in der früheren Karl-Marx-Stadt als Nachzügler anzutreffen waren. Matthias Fischer, stellvertretender Parteivorsitzender und Tony Gentsch sehen ihre Veranstaltung auch als bewussten Kontrast zum stillen Marsch der AfD und Pegida. Die Zeit des Schweigens sei vorbei, sie wollten laut durch die Stadt ziehen.

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Loikaemie – Haut dem Volk auf’s Maul

Aus gegebenem Anlass:

»Game Over«

Anlässlich der mittlerweile stattfindenden Prozesse infolge des Naziangriffs auf Connewitz im Januar 2016 hat der „kreuzer“ nochmals eine lesenswerte Chronik der Geschehnisse erstellt:

Im Januar 2016 überfielen hunderte Neonazis Connewitz. Am Donnerstag beginnt nun der Prozess gegen zwei Tatverdächtige, die sich wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall verantworten müssen. An dieser Stelle veröffentlichen wir nochmal unsere Titelgeschichte aus dem Februar, in der wir die Vorbereitungen und Erlebnisse im Januar 2016 anhand von Zeugenberichten und Nachrichten auf Whatsapp, in sozialen Netzwerken und SMS rekonstruieren.

Als am 11. Januar 2016 etwa dreihundert schwarz gekleidete Männer schweigend durch Connewitz marschierten, konnte man sie für einen friedlichen Demonstrationszug halten: Voran trugen sie ein Banner der antirassistischen Initiative »Leipzig bleibt helle«. Als der Zug jedoch in die Wolfgang-Heinze-Straße einbog, brach ein Inferno los. Die Männer vermummten sich, schwärmten aus, einige hatten Äxte in den Händen. Sie zerschlugen Schaufensterscheiben, zündeten Sprengsätze, demolierten Autos, sprühten Reizgas durch zertrümmerte Fenster. Schnell war klar: Es ist eine politische Tat. Innerhalb weniger Minuten war die Polizei vor Ort, kesselte die Gruppe ein und nahm 214 Männer und eine Frau fest. Ein Mann, der zunächst flüchten konnte, kommt später noch hinzu.

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„Oi for Saxony“: Konspiratives Rechtsrock-Konzert

Genau genommen gibt sich keine der an dem Abend aufgetretenen Bands dezidiert „unpolitisch“ – dafür wird zu sehr mit RAC-Scheiße und sonstigem reaktionären Geschmeiß kokettiert, nichtsdestotrotz sei nachfolgend der Artikel der „Endstation Rechts“ aus aktuellem Anlass dokumentiert:

Unter dem Titel „Oi for Saxony“ fand am Samstag ein Konzert in Neukirchen im Landkreis Leipzig statt. Die Bands, die dort vor Skinhead-Publikum spielten, geben sich zwar unpolitisch, nicht wenige von ihnen pflegen jedoch enge Verbindungen in die Rechtsrock-Szene. Zu der konspirativen Veranstaltung reisten knapp 100 Teilnehmer aus dem Umland sowie aus einigen weiteren Bundesländern an.

Wenngleich das Konzert schon seit Monaten offensiv beworben wurde, waren die Organisatoren um Diskretion bemüht: Die Lokalität der klandestinen Veranstaltung sollte möglichst geheim gehalten werden. So wurden die Teilnehmer der Veranstaltung nicht direkt in das „Dancehouse Zeche II“ in Neukirchen, sondern zunächst auf einen abgelegenen Parkplatz in Borna gelotst, von wo die weitere Anreise dann gemeinsam erfolgte.

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Blut & Boden-Texte gegen “Gutmenschen”: Was ist eigentlich Grauzonen-Musik?

Neuer Input zum Themenkomplex „Grauzone“ vonseiten der „Belltower News“:

Selbst für Laien ist es oft recht einfach zu erkennen, wenn Musik rechtsextrem ist. In verschiedenen musikalischen Subkulturen existieren aber Grauzonen, die weniger eindeutig und daher schwieriger zu bewerten sind. Mittlerweile ist diese nationalistische und völkische Grauzonen-Musik sogar im Mainstream angekommen.

Für ihre Fans ist die Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild nur eine Deutschrock-Band, Kritiker halten sie hingegen für „rechtsradikal“ – zumindest sind sie aber wohl die bekannteste Grauzonen-Band. 2016 wurde die Band gar mit einem Echo ausgezeichnet. Frei.Wild sind mit ihren rechtspopulistischen Texten im Mainstream.

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»Paramilitärischer Einmarsch«

Lesenswerter Beitrag von „der rechte rand“ anlässlich der nun beginnenden Prozesse infolge des Naziangriffes auf Connewitz am 11.01.16 (nicht minder lesenswert hierzu ist auch eine ebenso jüngst veröffentlichte Nachbetrachtung der „Belltower News“):

Am 11. Januar 2016 überfielen Neonazis den Leipziger Stadtteil Connewitz. Fast alle Verdächtigen werden sich demnächst vor Gericht verantworten müssen.

»Alle runter, los!« Die Polizei meint es ernst an diesem Abend, trägt Helme, sprüht Pfefferspray. Hier, in einer kleinen Seitenstraße in Leipzig, stehen Vermummte und kommen nicht mehr weg. Flaschen fliegen, Böller knallen, am Himmel schwebt ein Hubschrauber. Aus der Traube läuft ein Mann zu den BeamtInnen. Er hat eine Sturmhaube aufgezogen, in der rechten Hand hält er einen Hockeyschläger, mit dem er aufgeregt in der Luft wedelt. Trotzdem will er jetzt diskutieren: »Die, die euch mit Steinen beschmeißen, die wollen wir ham‘ und nicht euch«, brüllt er im breitesten Sächsisch. »Auf den Boden, hinlegen«, erwidert die Polizei. Der Mann sieht das nicht ein. »Erschießt mich lieber, bevor ich hier runtergehe!«, ruft er mit heiserer Stimme, und andere stimmen den Sprechchor an: »Wo, wo, wo wart ihr Silvester?«

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