Archiv der Kategorie 'Allgemeines'

23. Oktober: Bundesweite Demonstration „Alle zusammen – autonom, widerständig, unversöhnlich!“/ Leipzig

Die Politik, die bürgerliche Presse, die Schweine und auch die Faschos hetzen derzeit wieder verstärkt gegen linke Strukturen. Bundesweit gerät hierbei Leipzig/Connewitz immer wieder in den Fokus. Ob es sich nun um brennende Baustellen gegen den Ausverkauf der Stadt, gegen den Neubau von Knästen handelt oder um das konsequente Vorgehen gegen Neonazis und Bullenterror. Allem voran die Annahme: der Feind steht links und wohnt in Connewitz. Die Hetze gegen linksradikale Praxis und der Stilisierung eines gesamten Stadtteils zur Keimzelle allen Übels ist dabei nichts Neues und nicht einzigartig. Doch natürlich geht all dies nicht unberührt an uns vorbei. Derzeit erleben wir eine der härtesten Repressionswellen der jüngeren Vergangenheit – von Einschüchterungen, Gesetzesverschärfungen, zahlreichen Hausdurchsuchungen bis hin zur Festnahme der Antifaschistin Lina oder jüngst die 2,5 Jahre Haft für die Danni-Aktivistin Ella. Lasst uns in diesen bitteren Zeiten solidarisch zusammen stehen. Zeigen wir ihnen, einmal mehr, dass wir uns nicht spalten oder zurückdrängen lassen.

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18. September: Bundesweite Demonstration „Wir sind alle LinX“/ Johannisplatz


Wir haben allen Grund zur Sorge: Seit Jahren lässt sich eine gesamtgesellschaftliche Tendenz nach rechts beobachten. Rassistische Hetze, rechter Hass und faschistische Ideologie sind in den Strukturen von staatlichen Behörden, besonders bei der Polizei und dem Verfassungsschutz, salonfähig. So wurde den bundesweiten Querdenken-Protesten gut sichtbar, dass antidemokratische Einstellungen auch in der sogenannten Mitte vorherrschen. In kürzester Zeit wurde eine braune Zivilgesellschaft aktiv, die auch mit Faschist:innen auf die Strasse geht. Neofaschistische Einstellungen machen darüber hinaus auch im Arbeitsalltag und vor betrieblichen Gremien, wie etwa in Großbetrieben in Sachsen und Baden-Württemberg nicht halt. Dies wird mitunter am Beispiel der rechten Betriebsratsliste Zentrum Automobil deutlich.

Halle, Hanau, Kassel und die zahlreichen pogromartigen Ausschreitungen, bspw. 2018 in Chemnitz zeigen darüber hinaus, dass die Rechten bewaffnet und gut vernetzt sind. Der Umgang der Ermittlungsbehörden mit rechten Netzwerken zeigt, dass die terroristische Gefahr nicht ernst genommen wird. Gleichzeitig haben Nazis in deutschen Behörden nicht nur Kontinuität, sondern Hochkonjunktur. Bundesweit werden ständig neue Fälle genau dieser rechten Netzwerken bei Polizei- und Militäreinheiten bekannt. So auch im Fall des Frankfurter SEKs, bei dem 13 der 19 SEKler, die neonazistische Inhalte in Chatgruppen teilten, in der Nacht des rechtsterroristischen Anschlags von Hanau am Tatort eingesetzt waren. Weiterhin von Ermittlungspannen und Einzelfällen zu sprechen ist nicht nur ein Hohn für die Betroffenen, sondern verschleiert die Kette behördlichen Versagens und verkennt die neue Qualität der Gefahr von rechts.

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Das geheime Netzwerk der Hammerskins – Chapter in Deutschland: Teil 1

Krasse, mehrteilige Investigativrecherche zum hiesigen Netzwerk der „Hammerskins“ vonseiten „Exif – Recherche & Analyse“, die hoffentlich die Aufmerksamtkeit und Resonanz erhält, die sie ob ihrer Dimension verdient:

«Hammerskins Sachsen» – ein Chapter mit durchwachsener Geschichte

Das Chapter «Sachsen» ist einer der ältesten Ableger der HSN und trat vor allem in den 1990er Jahren durch Konzertorganisation, Musikvertrieb und die maßgebliche Mitgestaltung der Struktur der Bruderschaft in Erscheinung. Zeitweise umfasste das Chapter über 20 Personen und hatte sowohl in der Sächsischen Schweiz als auch im Raum Leipzig seinen Schwerpunkt. Als um 2002 gegen die «Hammerskins Sachsen» wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ ermittelt wurde, die Vertriebsstruktur strafbarer Musik-Produktionen in den Fokus rückte und interne Konflikte einsetzten, zerfiel weitgehend die Struktur in Ostsachsen. In Westsachsen überlebte das Chapter «Sachsen» die Konflikte und äußeren Umstände und wirkte in den 2000er Jahren rege an der Ausrichtung der weltweiten Bruderschaft mit. Heute gehören dem Kern der «Hammerskins Sachsen» nur eine handvoll Neonazis an, deren Wohnorte sich in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg befinden. Sie sind nach außen kaum wahrnehmbar, ihre Mitglieder besitzen in der organisierten Neonaziszene jedoch höchstes Ansehen als „verdiente politische Soldaten“.

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>>> Teil II
>>> Teil III
>>> „Brüder schweigen – Das geheime Netzwerk der Hammerskins“

Die Baldies und Anti-Racist Action: Zur Geschichte der antirassistischen Organisierung von Skinheads

Via „enough is enough“:

Der „It Did Happen Here„-Podcast ist ein unabhängig produzierter Podcast, der den Kampf gegen rassistische weiße Skinheads in den 1980er und 90er Jahren in Portland, Oregon, dokumentiert. Die 11 Episoden enthalten Interviews mit vielen Menschen, die damals zusammengearbeitet haben, und zeigen die unwahrscheinliche Zusammenarbeit zwischen Gruppen von Migrant*innen, Bürgerrechtsaktivist*innen, militanten Jugendlichen und Queer-Organisator*innen, die zusammenkamen, um erfolgreich gegen Neonazi-Gewalt und rechte Organisationen in „Rose City“ vorzugehen.

Der Podcast spricht mit drei Kerngruppen: der Ortsgruppe Portland von Anti Racist Action, SHARP – Skinheads Against Racial Prejudice und der Coalition for Human Dignity. In offenen Schlägereien auf der Straße und bei Punkkonzerten sowie bei der Sammlung von Informationen hinter den Kulissen, um die Organisation von Rechten und weißen Nationalist*innen zu entlarven, haben sich die drei Gruppen immer wieder in ihrem eigenen Gebiet zusammengeschlossen, um Faschist*innen anzugreifen – und sie haben es zurückgewonnen.

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„Deshalb wird Loikaemie auch immer politischer.“

Schön kurzweiliges Interview mit Thomas, seines Zeichens Sänger von „Loikaemie“, zum Stand der Dinge anno 2021:

Loikaemie sind seit Mitte der 90er eine der bekanntesten und beliebtesten Oi!-Bands, auch weit über die Skinhead-Szene hinaus. Nachdem 2014 eigentlich Schluss sein sollte, fand sich die Band 2019 wieder zusammen. Wie es sich anfühlt beim Comeback durch eine Pandemie ausgebremst zu werden, erzählte mir Sänger Thomas bei dem ein oder anderen Bierchen im Killiwilly. Außerdem verriet er, wieso es für ihn wichtig ist, sich immer wieder antifaschistisch zu positionieren und wieso ihr Lied „Trinkfestigkeit“ eigentlich gar nicht als Party-Hit gedacht war.

R: Zum Einstieg mal eine Frage: Wie bist du überhaupt in der Skinhead-Szene gelandet und was hat dich daran fasziniert?

T: In der Skinhead-Szene gelandet bin ich als die Wende kam. Noch zu Ostzeiten waren wir eine ziemlich große Gruppe. Wir waren ein bisschen rebellisch und hatten einen Jugendclub für uns vereinnahmt. Wir haben Metal gehört und sind marodierend und saufend durch die Stadt gezogen. Dann kam die Wende und die Gruppe hat sich so ein bisschen aufgelöst. Der Kern ist zwar erhalten geblieben, aber ein großer Teil ist leider in die rechte Richtung abgewandert. Nach der Wende sind viele Nazi-Skinheads aus Bayern rübergekommen und versuchten Leute zu rekrutieren. Ein Teil der Gruppe, in der ich mich bewegt habe, hat sich rekrutieren lassen. Und dann war klar, die sehen jetzt anders aus und ticken jetzt erstmal anders. Es war aber trotzdem faszinierend: Dieses Outfit, dieses Feeling, das man auf der Straße verbreitet hat. Es war völlig egal, wie man drauf war, es war gefährlich und faszinierend. Man war tätowiert und hatte eine Glatze. Das war für mich dann der ausschlaggebende Grund da reinzurutschen und dann bin ich da hängengeblieben. Damals haben Inhalte noch keine wirkliche Rolle gespielt. Ich war ja auch gerade einmal 16 oder 17 zu dem Zeitpunkt. Die Musik war natürlich auch cool. Zu dem Zeitpunkt habe ich selbst angefangen Musik zu machen. Ich habe den Punkrock der damaligen Zeit gehört und wollte das unbedingt selbst machen. Für mich war damals schon klar, ich bleibe da und versuche etwas daraus zu machen.

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