Archiv der Kategorie 'Allgemeines'

03. Oktober: Gedenkdemonstration in Erinnerung an Patrick T./ Hohenstein-Ernstthal

Kein Vergeben, kein Vergessen!
Antifaschistische Gedenkdemonstration mit anschließendem Informationsprogramm in Erinnerung an Patrick T. und alle anderen Opfer rechter Gewalt

Wann? 03. Oktober 2019 / 11.00 Uhr

Wo? Bahnhof Hohenstein-Ernstthal

In der Nacht vom 02. auf den 03. Oktober 1999 wurde der damals 17-jährige Punk Patrick T. zusammen mit seinem Freund in Hohenstein-Ernstthal von drei Neonazis aus einem Kleinbus heraus überfallen. Diese begannen sofort damit, mit Hilfe eines Axtstiels und eines Billardqueues auf Patrick einzuschlagen, so dass dieser am nächsten Vormittag an seinen schweren Verletzungen verstorben ist.
Patrick befand sich mit seinem Freund auf dem Heimweg von einem Punk-Konzert, das zuvor im Jugendclub „Off is“ in Hohenstein-Ernstthal stattgefunden hat. Bereits hier sind der Konzertort wie auch seine Besucher_innen massiv von Dutzenden Neonazis angegriffen und zum Teil schwer verletzt worden. Die später anrückende Polizei begnügte sich damit, einen Großteil der anwesenden Punks festzunehmen.

Anlässlich des 20. Todestages von Patrick werden wir eine Gedenkdemonstration mit anschließendem Informationsprogramm durchführen, zu der wir euch herzlich einladen. Lasst uns gemeinsam an Patrick gedenken und somit ein Zeichen setzen, wie wichtig antifaschistisches Engagement auch heute noch vor allem in Sachsen ist!

Rechtsruck in der Oi-Szene

Der folgende lesenswerte Artikel entstammt der aktuellen Ausgabe des „AIB“:

Hitzige Diskussionen um die „Grauzone“ in der Oi- und Punkszene gibt es seit vielen Jahren. Bereits 2011 widmeten wir dem Thema einen Schwerpunkt. Heute, fast zehn Jahre später, lassen sich viele Musiker aus den damals umstrittenen Bands im Mainstream – oder eben in der RechtsRock-Szene wiederfinden.

Der „Skin-Kult“ ist im Kern wertkonservativ. Tradition, Familie, (Männer-) Freundschaft und die unentwegte Bezugnahme auf eine Arbeiterklasse, die es heute so nicht mehr gibt, ist dafür ausschlaggebend. Progressive Ansätze, etwa die prekäre, monotone Arbeit in Frage zu stellen, findet man nur in RASH-Gruppen, den „Red And Anarchist Skinheads“. Der Großteil der Szene verweilt in der Identität des „kleinen Mannes“, der nur am Wochenende mit Gleichgesinnten den Ausbruch aus dem Alltag wagt. Man sieht sich im Konflikt mit der herrschenden Elite, und hegt gleichzeitig ein positives Gefühl zu Herkunft und Heimat. Selbstverständnisse eines „Proletariats“ sind in den sozialen Netzwerken zu finden, etwa in einem Kommentar unter einem Video der rechten Oi-Band „Rien Ne Va Plus“: „(…) ich find‘s in Zeiten von einer elitär geprägten AfD gut, dass auch heute noch Kapellen daran erinnern, das Proletariat schon immer National-sozialistisch oder kommunistisch-­orthodox geprägt war. Es war nie mehrheitlich sozialdemokratisch, international oder gar Deutschland feindlich !“

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Abschiebung abgebrochen

Der „kreuzer“ berichtet:

Nach Abschiebeversuch: Asylbewerber erhebt schwere Vorwürfe gegen Leipziger Polizei

Am Montag sollte ein Asylbewerber aus der Ernstaufnahmeeinrichtung im Leipziger Norden abgeschoben werden. Nachdem die Polizei ihn abgeholt und ins Revier gebracht hatte, eskalierte die Situation. Der 31-jährige Kameruner wachte schließlich im Krankenhaus auf. Während die Polizei von einem medizinischen Notfall spricht, wirft der Asylbewerber den Beamten Gewalt und Missbrauch vor.

»Diese Nacht ging ich durch die Hölle«, sagt Etong Collins, nippt am Kaffee. Der 31-Jährige Kameruner sollte in der Nacht von Montag zu Dienstag Deutschland verlassen. Gemäß dem Dublin-Abkommen sollte er nach Italien zurückgeführt werden, wo er erstmals einen Asylantrag gestellt hat. Doch es kam anders. An diesem Dienstagnachmittag sitzt er mit müden Augen, geschwollener Schläfe und blutigen Händen in einem Café in der Nähe der Geflüchtetenunterkunft in der Max-Liebermann-Straße. Mit gebrochener Stimme erzählt er, wie er die Nacht seiner versuchten Abschiebung erlebte.

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Leipziger Black Triangle verkauft – Distillery und TV-Club planen Kulturzentrum

Die „Leipziger Volkszeitung“ mit einer der kulturpolitischen Meldungen dieser Woche:

Im Januar 2019 war das frühere Umspannwerk im Leipziger Süden mit großem Polizei-Aufgebot geräumt worden. Allerdings war damals von den Besetzern, die es auf Black Triangle getauft hatten, gar niemand vor Ort. Nun hat die Bahn als Grundstückseigentümer die 1994 stillgelegte Anlage verkauft. Die Erwerber planen ein Kulturzentrum – samt zwei Musikclubs.

Das im Januar 2019 geräumte Black Triangle soll eine kulturelle Nutzung erhalten. Nach LVZ-Informationen hat der bisherige Eigentümer Deutsche Bahn AG das etwa 10 000 Quadratmeter große Grundstück am Gleisdreieck Arno-Nitzsche-Straße unlängst verkauft. Der Notartermin fand schon im Juli statt.

Quelle

Der Proceß

Der „kreuzer“ mit der nun auch online nachzulesenden Zwischenbilanz zu den Connewitz-Prozessen:

Schneise der Verwüstung: Eine Zwischenbilanz der Leipziger Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz

Mehr als 200 Angeklagte, Bewährungsstrafen gegen »Teilgeständnisse«, Körperverletzungen, die vor Gericht keine Rolle spielen – die Leipziger Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz ergeben ein komplexes Bild. Fest steht: Der Angriff wird die sächsische Justiz noch lange beschäftigen.

Sieben Minuten dauert es. Jedesmal. Sieben Minuten, in denen die Staatsanwaltschaft Hausnummern, Geldbeträge, Autokennzeichen und Beschädigungen aneinanderreiht – zerstörte Schaufenster und eingeschlagene Seitenscheiben, abgetretene Außenspiegel, Brandschäden, verursacht von Sprengkörpern und Signalmunition. Am Ende steht eine Zahl: 113.000 Euro Schaden. 19 demolierte Autos, 23 beschädigte Kneipen und Geschäfte, so lautet die offizielle Bilanz des Angriffs von mehr als 200 rechten Hooligans und Neonazis auf den Stadtteil Connewitz.

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Die sächsische Polizei bittet Hoteliers um Daten rumänischer Gäste

Die „Vice“ berichtet über diese vor ekelhaftem Antiziganismus triefende Aktion der sächsischen Bullen:

Weil sie Taschendiebe auf dem Highfield-Festival suchten. Sie wehren sich aber dagegen, es „Racial Profiling“ zu nennen.

Du bist zu Gast in einem Hotel. Während du entspannt im Hotelbett liegst, leitet der Mensch an der Rezeption deine Personendaten an die Polizei weiter. Darum hat die Behörde schriftlich gebeten. Absurde Vorstellung, denkst du? Wenn du den falschen Pass hast und in Sachsen übernachtest, kann dir das wirklich passieren.

Am letzten Wochenende feierten rund 35.000 Besucher und Besucherinnen auf dem Highfield-Festival in der Nähe von Leipzig. Während die Feierwütigen zu Fettes Brot, The Offspring und Thirty Seconds to Mars ausrasteten oder sich auf dem Zeltplatz mit Trichtersaufen und Bier-Pong ins Wachkoma beförderten, bekamen mehrere Hotels und Hostels in der Umgebung des Festivals Post von der Polizei: Im Zuge des Festivals komme es jedes Jahr zu Taschendiebstählen und die Hotelbetreiber und -betreiberinnen könnten dabei helfen, diesem Phänomen Einhalt zu gebieten, heißt es in dem Behördenschreiben. „Sie können die Ermittlungen unterstützen, indem Sie für den o.g. Zeitraum mitteilen, ob rumänische Staatsangehörige [Hervorhebung im Original] in Ihrem Hause ein Zimmer beziehen.“ Überschrieben ist der Brief mit „Übermittlung von Personendaten“. Als Kontaktmöglichkeit, an die die Gastwirtinnen und -wirte sich mit ihren Informationen wenden sollen, ist eine Handynummer angegeben.

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