Archiv der Kategorie 'Allgemeines'

»Der Verband duckt sich weg«

Das „neue deutschland“ berichtet:

Roter Stern Leipzig brach nach rechten Provokationen ein Fußballspiel ab und wird nun bestraft

Am Mittwoch kam endlich das lange erwartete Urteil, doch für Roter Stern Leipzig (RSL) fiel es enttäuschend aus. Das Sportgericht des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) belegte den aktiv antirassistisch auftretenden Verein für die Vorkommnisse in Borna am 22. April mit einer Strafe von 1500 Euro. Vor der Problempartie beim Bornaer SV hatten sich beide Klubs darauf geeinigt, dass drei mutmaßlich am Überfall auf den linken Leipziger Szenebezirk Connewitz beteiligte Spieler nicht auflaufen sollten. Die Fans von Roter Stern hatten mehrere Banner auf die Ränge geschmuggelt, in denen die mutmaßlichen Täter als »Faschisten« und in Sprechchören als »Nazischweine« bezeichnet wurden. Als dann Bornaer Spieler nach dem Tor zum 1:0 provokant die Trikots des ausgeschlossenen Trios zeigten und die Stimmung hochkochte, weigerten sich die Leipziger, die Partie fortzusetzen.

Weiterlesen

Abhörskandal in Leipzig – „Wahllos Leute zusammengesucht, die sich antifaschistisch engagieren“

Die „LVZ“ führte ein Interview mit einem von den neuerlichen Abhörmaßnahmen Betroffenen:

Weil die sächsische Justiz nach Attacken auf Rechtsextreme in Leipzig eine kriminelle Vereinigung finden wollte, wurden über drei Jahre hunderte Messestädter belauscht. LVZ.de sprach mit einem der Hauptbeschuldigten.

Abgeschlossen, aber nicht abgehakt: Dass Hunderte Leipziger jahrelang zum Teil ohne konkreten Straftatverdacht von der Polizei überwacht wurden (LVZ.de berichtete), erregt zumindest immer noch unter engagierten Fußballfans die Gemüter. Am vergangenen Wochenende gab es wieder diverse Solidaritätsbekundungen in den Fankurven des Landes – unter anderem bei Anhängern von Bayern München, RB Leipzig und Greuther Fürth. Dabei ging es bei den Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft primär gar nicht nur um Fußballfans, sagt Fabian V.* Der 29-Jährige gehört zu den 14 Hauptbeschuldigten, die jahrelang im Auftrag der Dresdner Staatsanwaltschaft abgehört wurden. Am Ende umsonst, die Verfahren mussten ergebnislos eingestellt werden. Im Interview mit LVZ.de erzählt Fabian V., wie sein Umfeld von den Behörden abgehört wurde, warum hunderte weitere Leipziger letztlich ebenfalls belauscht wurden und warum sich die Behörden dabei auch auf Fanclubs der BSG Chemie Leipzig konzentrierten.

Weiterlesen

„Skinhead Way of Life“ und Nazi-Inhalte – Die Band „Smart Violence“

Sehr lesenswerter Artikel aus der aktuellen „Lotta“, welche den Themenschwerpunkt „Rechtsrock“ hat:

In den vergangenen Jahren erfreuten sich RechtsRock-Bands, die sich stilistisch an Metalcore und Hardcore orientierten, einer großen Beliebtheit in der Szene. Die nordrhein-westfälische Band „Smart Violence“ hält hingegen weiterhin den Skinhead-Kult hoch und möchte zurück zu den angeblichen „glory days of R.A.C.“ Ihre Songtexte drehen sich aber nicht nur um den „Skinhead Way of Life“, sondern sind ebenso deutliche Bekenntnisse zur neonazistischen Ideologie.

Die Band Smart Violence gründete sich 2012 und brachte noch im selben Jahr die Demo-CD „hard hitting skinhead rock“ bei Old School Records, einem der führenden deutschen Label für RechtsRock, heraus. Die Bandmitglieder sind keine Szene-Neulinge, sondern können zum Teil auf jahrelange Erfahrung im neonazistischen Musik-Bereich zurückgreifen. Der Kern der Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern der 2002 gegründeten Angry Boot Boys. In Interviews erklärte Smart Violence, sie habe sich gebildet, weil Angry Boot Boys eine längere Pause absolvieren würde. Aufgelöst hätte sich die Band aber nicht.

Weiterlesen

Chronik identitärer Aktivitäten in Leipzig

Der „IBster Watch“ berichtet:

An einem Sonntag Mittag im März 2017 fährt ein Auto durch die Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz, die Insassen werfen beschriftete Papierschnipsel auf die Straße und filmen sich dabei. Diese Aktion der Identitären Bewegung Leipzig und das am selben Tag veröffentlichte Video dazu finden in sozialen Medien viel Beachtung. Es ist vielleicht die bis dahin öffentlichkeitswirksamste Aktion der Gruppe, jedoch gingen dem viele Versuche voraus, in ähnlicher und anderer Form Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dieser Text soll einen möglichst umfassenden Überblick identitärer Aktivitäten in Leipzig bieten.

Weiterlesen

01. Mai: Nice to beat you!/ Halle

Nachfolgend der Aufruf der gleichnamigen Kampagne:

Nazidemo in Halle? Nice to beat you!

Für den 1. Mai 2017 wurde in Halle eine Nazidemonstration angemeldet. Die bisher aufrufenden Gruppen lassen eine Anreise mehrerer Hundert militanter Neonazis aus ganz Deutschland erwarten.

Warum die Nazis erneut Halle als Aufmarschort einer 1.Mai-Demonstration gewählt haben, erscheint zunächst nicht nachvollziehbar. Offensichtlich haben sie ihren letzten Maiauftritt in Halle bereits vergessen. Denn 2011 scheiterten sie glorreich und beschritten aufgrund mehrerer entschlossener Blockaden und direkter Aktionen einen nur sehr kurzen Leidensweg durch die Abbruchviertel unweit des Hauptbahnhofs. Halle ist dabei neben Leipzig bisher nicht nur eine der Städte im Osten, in der Naziaufmärschen auch über die Großevents hinaus traditionell mit der nötigen Konsequenz begegnet wird. Darüber hinaus sagt die hohe Fluktuation der hiesigen Nazivortänzer auch etwas darüber aus, was es bedeutet, seine nationalsozialistische Feldpost in Halle zu empfangen: Es macht ihnen selten länger Spaß. Aber auch hier sind die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwei Jahre infolge der sogenannten Flüchtlingskrise selbstverständlich nicht spurlos vorüber gezogen. Auch in Halle erreichte die AfD bei den letzten Landtagswahlen knapp 20% und die bis heute wöchentlich stattfindenden fremdenfeindlichen Montagsdemos konnten in ihrer Hochphase im Winter 2015/2016 mehrere Hundert „besorgte Bürger“ mobilisieren. Neonazis agieren in Folge dessen zunehmend offener, selbstbewusster und gewalttätiger. Vor diesem Hintergrund wird auch der erneute Versuch, in Halle endlich einen Aufmarsch und nicht nur einen Spießrutenlauf zustande zu bekommen, nachvollziehbar. Ob dieses Ansinnen mit dem zur Verfügung stehenden Personal erfolgreich sein wird, ist dabei aber zumindest fraglich.

Weiter